Alfons Pillach: Ein Zebra hatte nachgedacht

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Zebra

Zebra

Ein Zebra hatte nachgedacht
© Alfons Pillach

Ein Zebra konnte nicht begreifen:
Warum hab’ ich schwarzweiße Streifen?
Es hat dann stundenlang sinniert:
Warum bin ich denn nicht kariert?

Und als es sich Gedanken machte,
und ihm sein Kopf Erkenntnis brachte,
da hat ein Löwe es erwischt
und seinem Rudel aufgetischt.

Deshalb erfuhr des Zebras Kind
nie, warum Zebras streifig sind.
Die Mama hätt’ es aufgeklärt,
doch leider wurde sie verzehrt.

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Tiere, Gedicht, lustiges Tiergedicht, Alfons Pillach, Zebra, Zebragedicht, Löwe, Löwengedicht

Alfons Pillach: Das Ende einer Küchenschabe

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Das Ende einer Küchenschabe
© Alfons Pillach

Es gab mal eine Küchenschabe,
die hatte eine große Gabe:
Sie konnte sehr gut schaben
und durch die Küche traben.

Man konnte sie nicht kriegen,
sie war nicht zu besiegen.
Sie schabte durch die Küche,
die Hausfrau fluchte Flüche.

Das Schabenbiest war ziemlich klug,
die Hausfrau jammerte: Genug!
Jetzt werde ich dich jagen
und gnadenlos erschlagen!

Und als sie auf die Schabe schlug,
zerbarst dabei ihr schönster Krug.
Wie nun die Hausfrau fluchte,
als sie die Schabe suchte.

Die Schabe floh ins Klo hinein
und brach sich auf der Flucht ein Bein.
Das sah der Kater Lancelot,
er kam und biss die Schabe tot.

Es wurde für die Küchenschabe
der Abfalleimer dann zum Grabe.

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Tiere, Gedicht, lustiges Tiergedicht, Alfons Pillach, Insekten, Insektengedicht, Schaben, Küchenschaben, Schabengedicht, Küchenschabengedicht

Alfons Pillach: Vom Storch, der keine Kinder brachte

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Vom Storch, der keine Kinder brachte
© Alfons Pillach

Einem Storch, der keine Kinder brachte
und nur vom Dach herunter lachte,
dem sollte seine Stunde kommen.
Der Hausherr hat’s Gewehr genommen
und schoss, der Riesenidiot,
den armen Schornsteinfeger tot.

Und das erschütternde Ergebnis
nach diesem schrecklichen Erlebnis:
Noch immer pupst kein kleines Kindel
dem Hausherrn in die weiße Windel.

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Tiere, Gedicht, lustiges Tiergedicht, Alfons Pillach, Vogel, Vogelgedicht, Storch, Storchgedicht, Schornsteinfeger

Alfons Pillach: Zank zwischen Hering und Barsch

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Zank zwischen Hering und Barsch
© Alfons Pillach

Ein Hering stieß auf einen Barsch
und kritisierte diesen harsch,
weil rücksichtslos und ohne Scham
der Barsch ihm dreist die Vorfahrt nahm.

Wie blies der Hering ihm den Marsch!
Gelassen konterte der Barsch:
Leck mich am Arsch!

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Alfons Pillach: Geteiltes Leid

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Tierfotos - Schlangen - Dumeril-Madagaskar-Boa

Dumeril-Madagaskar-Boa

Geteiltes Leid
© Alfons Pillach

Ein alter Frosch sitzt dort im Gras,
er schluchzt und weint, es fehlt ihm was.
Um ihn herum schlängelt ein Schlänglein
mit einer Träne auf dem Wänglein.
So sind die Tierchen nun zu zweit
und klagen sich einander Leid.
Die Schlange fragt, ganz ohne List,
warum der Frosch so traurig ist.
Darauf erwidert er der Schlange:
„Ich weine, denn mir ist so bange,
dass du mit Haut und Haar mich frisst.
Sag doch, warum du traurig bist?“
Die Schlange zischt zum Frosch vertraulich:
„Ich heul’, denn du bist schwer verdaulich.“

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Gedicht, lustiges Gedicht, Tiergedicht, lustiges Tiergedicht, Alfons Pillach, Schlange, Schlangengedicht, Frosch, Froschgedicht

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Manfred Schröder: Geschlängelt und gewurmt

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Tierfotos - Schlangen - Gelbe Anakonda

Gelbe Anakonda

Geschlängelt und gewurmt
© Manfred Schröder

Es schlängelte
eine Schlange;
da sie lang war
ziemlich lange.
Ein Wurm, der’s sah,
wurd blass vor Neid;
ihn hat’s gewurmt
noch lange Zeit!

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Fotos, Bilder, Gedicht, lustiges Gedicht, Tiergedicht, Schlange, Schlangengedicht, Wurm, Wurmgedicht, Manfred Schröder

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Manfred Schröder: Loriot-Ente

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Kolbenente

Kolbenente


Wie einst der Herr Loriot
© Manfred Schröder

Eine Ente kam geschwommen,
ich hab sie mit nach Haus genommen.
Nun spiele ich, als Kind im Manne,
mit ihr in der Badewanne.
Sie schnattert lustig, ich bin froh
wie einst der Herr Loriot!

ein Blog für alle Enten- und Gänsefreunde

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Manfred Schröder: Corvus Corax

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Rabe

Rabe

Corvus Corax
© Manfred Schröder

Ein Rabe kommt geflogen,
im Schnabel einen Brief.
Raben bringen schlechte Kunde
und ich erschrecke tief.

Warum kein and’rer Vogel?
Warum die Lerche nicht?
Der Rabe setzt sich nieder,
zu mir ins Dämmerlicht.

Des Rabes Blick ist dunkel;
ich nehm den Brief zur Hand.
Und öffne ihn behutsam;
der Rab’ schaut unverwandt.

Darin das Ziel der Reise,
auch ein Zettel liegt anbei.
Darauf steht geschrieben,
dass dies die letzte sei.

Der Rabe scheint zu lächeln
und nickt mir freundlich zu.
Ich nehme, was ich brauche:
Wanderstab und Schuh.

Ein Blick zurück, ich gehe;
vor mir mein letztes Ziel.
Ich brauch nicht lange wandern,
es ist nicht weit bis Kiel.

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Rabenfotos auf dem Vogelfotos-Blog

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Manfred Schröder: Morgensterns Nasobem

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Morgensterns Nasobem
© Manfred Schröder

Auf einer Wolke saß bequem,
der liebe Gott mit weißem Bart.
Und formt‘ aus Spucke und aus Lehm
Mensch und Tier in mancher Art.

Als er war am Ende schon,
blieb ein kleiner Rest von Ton.
Lange hatt‘ er nachgedacht
und dann plötzlich laut gelacht.

Er knetete mit Heiterkeit
das schönste Wesen weit und breit.
Und es entstand aus wenig Lehm
das Morgenstern’sche Nasobem!

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Manfred Schröder: Das Dromedar

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Trampeltier

Trampeltier


Das Dromedar
© Manfred Schröder

Im Zimmer steht
ein Dromedar.
Warum?
Das ist auch
mir nicht klar.
Es guckt
und ist nur
einfach da
und sagt,
es käm aus Afrika.
Ich seufze tief
und denke mir
Du bist nun da,
dann bleib halt hier!

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Alfons Pillach: Der alte Mann und der Hai

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Der alte Mann und der Hai
© Alfons Pillach

Es war in der Karibik
einmal ein alter Mann,
das Meer gab ihm beliebig,
was es so geben kann.

Er fischte ganz alleine
weit draußen auf dem Meer,
da hing an seiner Leine
ein Fisch, ganz groß und schwer.

Der alte Mann im Boote
sprach: Heute gibt es Fisch
zum sonst so kargen Brote,
zudem ist er ganz frisch!

Da kam ein Hai geschwommen,
ein Flegel, richtig frech,
hat sich den Fisch genommen,
das war des Alten Pech.

Der Alte nahm das Ruder,
er fand das so gemein,
und schlug dem Haifischluder
die halbe Fresse ein.

Danach war es ihm schnuppe,
er ruderte nach Haus,
zum Brote gab’s nur Suppe
statt Fisch als Abendschmaus.

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Alfons Pillach: Wegen einer Grille

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Wegen einer Grille
© Alfons Pillach

Eine kleine Grille
saß auf meiner Brille,
sie machte einmal Piss,
ich sah nur noch Beschiss.
Konnte nicht mehr schauen,
wollt‘ auf die Grille hauen.
Wegen einer Grille
zerschlug ich meine Brille.

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Alfons Pillach: Trotzkopf

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Hase

Hase

Trotzkopf
© Alfons Pillach

Der Frühling sprach zum Häselein:
„Schneuz endlich mal dein Näselein,
dann mögen dich die Damen.“

Das Häselein meinte trotzig:
„Mein Näselein bleibt heut rotzig.
Ich pfeif auf Liebe! Amen!“

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Andere Dimension: Der ungeküsste Frosch

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Frosch

Frosch

Der ungeküsste Frosch
© Andere Dimension

Es lahmte einst ein Frosch zum Bach,
gebrochen, krank und altersschwach.
Ein Jahr zuvor gings ihm viel besser,
da hüpfte er noch durchs Gewässer,
war ihm die Liebste Halt und Stütze,
sie teilten sich ein Bett, die Pfütze.
Doch dann, getrennt von Tisch und Stuhl,
ging sie davon, zum nächsten Pfuhl.
So lang war er im Herzen reich,
dann wurd es still – in seinem Teich.

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Alfons Pillach: Große Sprünge

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Schwebfliege

Schwebfliege


Große Sprünge
© Alfons Pillach

Zwei Fliegen wollten hoch zum Mond,
die eine fragte: „Ob sich’s lohnt
für zwei so kleine arme Fliegen
zum weit entfernten Mond zu fliegen?“

Da sprach die andre: „Auf der Welt
bekommst du alles nur für Geld!
Mein Geld ist knapp für große Dinge,
und droben macht man große Sprünge!“

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Alfons Pillach: Streifen

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Streifen
© Alfons Pillach

Im Käfig auf der Fensterbank,
gleich neben einem Küchenschrank,
saß hinter dünnem Stahlgestänge
ein Hamster in des Käfigs Enge.
Und Bianca, die so gern ihn wollte,
sah niemals, dass der Hamster grollte.
Der Grund war nicht die alte Küche
und ihre beißenden Gerüche.
Das, was den Hamster so empörte,
war, dass es Bianca niemals störte,
dass er die Welt, ob fern ob nah,
durch Käfigstangen streifig sah.

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Stefan Pölt: Konkubiene

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Biene auf Habichtskraut

Biene auf Habichtskraut

Konkubiene
© Stefan Pölt

„Dass ich“, beklagt die Honigbiene,
„nur deiner Liebeschronik diene,
war klar, ich bin ja nicht naiv.
und dennoch sitzt der Stachel tief!“

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Stefan Pölt: Reinrossig

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Pferd

Pferd

Reinrossig
© Stefan Pölt

Der junge Hengst zur alten Stute:
„Jetzt zieh doch nicht so eine Schnute!
Natürlich kann ich es erklären:
Ich möchte mich halt nicht vermähren …“

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